
GALERIE EUGEN LENDL NEW SPACE
MICHAEL KIENZER
"Die letzten Dinge" "Last Things"
"Wenn es eine Klammer gibt, die Kienzers Oeuvre zusammenhält, dann ist es das Prinzip Ersatz. Eine offenbar ganz normale, alltägliche, konventionelle Arbeit wird verrichtet, doch wird bei dieser Arbeit mit einem Gegenstand hantiert, der nicht für die Stelle, die er nunmehr einnimmt, vorgesehen ist. Als wäre nichts geschehen, geht die Arbeit weiter.[...] Die Ersetzung vollzieht sich ganz konkret, ganz buchstäblich. Mit einer gewissen Trockenheit, Sprödigkeit und Ungeniertheit wird einer ganz und gar unprätentiösen Situation mit einem seltsamen Objekt begegnet und so getan, als ginge das Leben einfach weiter. Dabei, und hier lässt sich Kienzers ganzes Geschick greifen, wird mit einer alten avantgardistischen Tradition abgerechnet. Die bildnerische Moderne hat es sich angewöhnt, allerlei Materialien für sich zu engagieren, als wären es Medien. Filz und Fett und Fleisch und was auch immer wurde zum Träger von Ausdruck. Kienzers Substitutions-Strategie führt ihrerseits die Gegenstände auf ihre Materialität zurück, ersetzt das eine, angestammte Material durch das andere, eigene und lässt das Unerwartete dieses Eingriffs dadurch zur Kenntlichkeit kommen, dass dieses neue, untergeschobene Material als künstlerisches Medium behandelt wird. Die gefrorenen Erbsen sind Sockel, der Teppich ist Leinwand, die Glasplatte Buchseite.[...]"
(Zitat: Rainer Metzger: Kienzers Katachresen. Über die Richtigkeit des falschen Gebrauchs bei Michael Kienzer,2003.)
"If there is one bracket that holds together all of Kienzer's oeuvre, then it is the principle of substitution. An apparently perfectly normal, everyday, conventional job is carried out, but this work involves handling an object that is not intended for the place that it now assumes. The work continues, as though nothing had happened.[...] The substitution is carried out entirely concretly, entirely literally. With a certain dryness, brittleness and uninhibitedness, a thoroughly unpretentious situation is confronted with a strange object and it seems as though life just goes on. Yet in this way, and this is where Kienzer's skill is revealed, an old avant-gardist tradition is called to account. Modern fine art has become accustomed to making use of all kinds of materials as though they were media. Felt and fat and flesh and anything else became a carrier of expression. Kienzer's substitution strategy takes the objects back to their materiality, replacing one established material with another, a separate one, and allows the unexpectedness of this intervention to emerge in that this new, insinuated material is treated as an artistic medium. The frozen peas are pedestals, the carpet is a projection screen, the pane of glass is the page of a book.[...]"
(Quotation: Rainer Metzger: Kienzers Katachresen. Über die Richtigkeit des falschen Gebrauchs bei Michael Kienzer, 2003.)
Ausstellungsdauer Exhibition: 26.04. - 24.05.2003
Öffnungszeiten Opening hours: Di - Fr Tue - Fri 11.00 - 19.00, Sa Sat 10.00 - 13.00
|