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GALERIE BLEICH-ROSSI
MARTIN GOSTNER
"Do You Want To Marry Me?"


"...Ich kletterte wieder hinunter, zog den Schuhbändel aus meinem Schnürstiefel, stieg wieder hinauf, knüpfte den Schuhbändel zu einer Schlinge, und als der große Zeiger über dem kleinen Mitternacht anzeigte, oder Mittag, legte ich den beiden die Schlinge um und zog zu. Nach einem Weilchen spannte, stöhnte und rasselte es in der elektrischen Uhr, der Mechanismus versuchte noch einmal, die Fessel zu sprengen und die Zeiger zu befreien, doch schließlich gab die Zeit auf, in der Uhr wimmerte, krächzte es, endlich herrschte Stille."
(Bohumil Hrabal "Die schöne Julinka")
"...I climbed down again, pulled the shoelace out of my boot, climbed back up, tied the shoelace into a loop, and as the big hand covered the small hand at midnight or at noon, I put the loop over both of them and pulled it tight. After a short time, there was a tension, groaning and rattling in the electric clock, the mechanism tried again to break the constraint and free the hands, but time eventually gave up, whimpered in the clock, creaked, and silence finally prevailed."
(Bohumil Hrabal "The Legend of Beautiful Julinka")

Wenn Martin Gostner Dinge unserer Zeit - und doch nicht ganz aus unserer Zeit - zusammenführt, Dinge, die unter seinen Händen ihre ursprüngliche Funktion und Bedeutung verloren haben, um sich ihre eigene Geschichte zu schreiben und sich so mit neuer Bedeutung aufzuladen; wenn seine Dinge aus der geschichtlichen Zeit und dem vernunftgeleiteten Licht des Tages heraustreten, um sich in einem anderen, einem melancholischen Licht und einer anderen Zeit zu einem vielstimmigen, bizarren Gespräch zusammenzufinden - dann scheint mir, dass (...) Martin Gostner den Zeiger der Uhr die Schlinge umgelegt, die Zeit in die Vertikale gekippt hat, um den geschichtlichen Augenblick als Zusammenfall von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ins Auge fassen zu können.
(Renate Wiehager)
When Martin Gostner brings together things from our time - and yet not entirely from our time that have lost their original function and meaning in his hands, so that they may write their own story and be charged with new meaning; when things step out of historical time and the rational light of day, in order to reconvene in a polyvocal, bizarre conversation in a different, melancholy light and a different time - then it seems to me that (...) Martin Gostner has placed a loop around the hands of the clock, tipped time into the vertical, in order to focus on the historical moment as the convergence of past,present and future.
(Renate Wiehager)



Ausstellungsdauer Exhibition: 26.04. - 10.06.2003
Öffnungszeiten Opening hours: Di - Fr Tue - Fri 15.00 - 19.00, Sa Sat 11.00 - 14.00 und nach Vereinbarung and by appointment

Bürgergasse 4/II, A-8010 Graz
T. +43.316.834587
F. +43.316.834588
E. galerie@bleich-rossi.at

Impressum,   letzte Aktualisierung am 2003 04 25,   seit 2003 03 30: 6th 38.107.191.105 von insgesamt 019762 aktuelle kunst 2003