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GALERIE BLEICH-ROSSI
KATHARINA WULFF
"Malerei als Notwendigkeit"

Eröffnung der Ausstellung: Sonntag, 21. April 12.00 Uhr
Rundgang: Künstlergespräche mit Jörg Heiser

Es dauert ein Jahr, bis ein Bild von Katharina Wulff fertig ist. Es gibt keine Skizzen oder Vorzeichnungen, keine Entwürfe, nicht einmal für die größten motivischen Formate, komplexen Figurenanordnungen und Farbstimmungen. Die Künstlerin fängt an einer Stelle an, fährt an einer anderen fort, und es entsteht eine Komposition, ein Zusammenspiel, dessen Produktionsvorgang vielleicht eher etwas mit einer extrem verlangsamten Performance zu tun hat, als mit Zeichnung und Malerei im konzeptionellen Sinne. In Wulffs Werk gibt es eine Komposition mit verschiedenen Frauenfiguren in einer offenen Landschaft, in hellen pastellen Farben,die den Gedanken des Performancehaften auch motivisch nahe legt: Die Figuren erscheinen in verschiedenen Größenverhältnissen und ihre Haltungen wirken wie ein eingefrorenes Bühnenbild. Die Gesten erscheinen sozial unverbunden, beizeiten archaisch. Sie sind aber formal lose verkettet, so dass sie das Bild gleichmäßig überziehen mit Suggestionen von "Szenen", die in Wirklichkeit nahezu unbegrenzte Optionen auf Erzählungen darstellen. Wulffs Vorliebe für Motive der amerikanischen Schriftstellerin Jane Bowles ernstgenommen, ruft diese (noch im Prozess befindliche) Arbeit Assoziationen mit einem Bühnenbild des Bowles Stücks "Im Gartenhaus" von 1953 hervor: Verschiedene Personen, vornehmlich Frauen, bilden eine Gesellschaft am Strand, in der manierierte Gesten an soziale Typen gebunden sind. Die Atmosphäre ist beiläufig und unbestimmt, aber psychologisch unter Spannung. (Anke Kempkes)

It takes one year for Katharina Wulff to complete a painting. There are no sketches or preliminary drawings, no drafts, not even for the motifs on paintings of the largest size or for her complex arrangement of figures and colour moods. The artist starts to paint in one place to continue in another thus creating a composition, an interplay whose process of generating has probably more in common with an extremely retarded performance than with drawing and painting in conceptional sense. In Wulff's oeuvre there is a composition of various female figures in an open landscape, painted in light pastel colours in which the motif itself suggests the idea of watching a performance. The figures differ in proportion and their postures appear like the still of a scenic setting. The gestures seem to be disconnected socially, at times archaic. However, they are loosely linked formally, so that they weave an even pattern of suggestions of "scenes "on the painting, yet, in reality, they represent almost unlimited options of narratives.If one considers Wulff's preference for the themes of the American author Jane Bowles, this current work (which is still in the process of creation) calls forth associations with a scenic setting from the 1953 play "In the Sommerhouse" by Jane Bowles:various persons, mainly women have joined at the beach; affected gestures suit the social background of that person, the atmosphere is casual and vague, yet there is an underlying psychological tension. (Anke Kempkes)

Ausstellungsdauer: 22.April - 22.Juni 2002
Öffnungszeiten: Di - Fr 15.00 - 19.00 Uhr, Sa 10.30 - 13.30 Uhr und nach Vereinbarung
Bürgergasse 4/II, A-8010 Graz. T. +43.316.834587, F. +43.316.834588
E-mail: galerie-bleich-rossi@postfach.at
Info + Impressum,   letzte Aktualisierung am 2002 04 11,   seit 2002 03 26: 7th 38.107.191.87 von insgesamt 020077